Der Maremmano – sanfter Wächter mit großem Herzen
Der Maremmano-Abruzzese ist ein klassischer Herdenschutzhund (HSH), dessen Ruf oft missverstanden wird. Viele verbinden das Wort HSH mit Aggressivität oder Unberechenbarkeit – beim Maremmano trifft das jedoch ganz und gar nicht zu.
Der Maremmano ist eine ruhige, ausgeglichene und sehr liebevolle Rasse. Er handelt überlegt, nicht impulsiv. Seine Wachsamkeit zeigt sich eher durch Präsenz und Aufmerksamkeit als durch Aktion. Im Vergleich zu temperamentvolleren Herdenschutzhunden wie z.B dem Kangal ist der Maremmano deutlich sanfter, leiser und zurückhaltender.
Ruhiger heißt nicht „einfacher“. Der Maremmano ist emotional oft stabiler, aber er entscheidet trotzdem selbst.
Mythos Herdenschutzhund:
Herdenschutzhunde sind keine gefährlichen Hunde, sondern intelligente, sensible Wächter mit großem Sozialverhalten.
Ihre Aufgabe war es jahrhundertelang, zu schützen - nicht anzugreifen. Der Maremmano verkörpert genau das: Ruhe statt Aggression, Präsenz statt Gewalt, Liebe statt Angst.
Unterschied zum Hütehund:
Hütehunde arbeiten auf Kommando, sind sehr aktiv und ständig „on“.
Herdenschutzhunde denken selbstständig, handeln überlegt und sind deutlich ruhiger.
Wie denkt ein Maremmano beim Rückruf?
Ein Maremmano fragt sich innerlich: „Warum soll ich kommen – ist das gerade sinnvoll?“ Wenn er keine Gefahr sieht, kommt er meist ruhig zurück. Wenn er meldet (bellt, fixiert, sich positioniert), hat er einen Auftrag übernommen. In diesem Moment hat seine Aufgabe Vorrang vor deinem Ruf.
Ein Maremmano lässt sich nicht unterbrechen, sondern ablösen.
Das heißt für den Hund: „Ich habe gesehen, was du meinst – ich übernehme jetzt.“ Das ist für einen Maremmano logischer als „Komm!“.
Anschlagen?
Ja – aber nicht kopflos.
Auf dem Grundstück melden sie, möchten dann abgeholt werden. Außerhalb ihres Territoriums sind viele HSH viel entspannter und gelassener.
Mythos HSH:
Keine gefährlichen Hunde – sondern sensible, treue Familienmitglieder, wenn man sie versteht.
Aufklärung statt Vorurteile
Für wen ist ein Herdenschutzhund wie der Maremmano geeignet? 🤍
Fazit:
Der Maremmano ist kein typischer Spielkamerad, sondern eher ein ruhiger, wachsamer Familienbeschützer. In der richtigen Familie kann er sehr liebevoll und kinderfreundlich sein.
Erziehung eines Maremmano
Herdenschutzhunde sind keine Problemhunde – sie sind besondere ,hochsensible Hunde.
Wer sie versteht, bekommt einen Freund fürs Leben.
Alltag im Haus
Drinnen
Viele Maremmani sind angenehme Mitbewohner, solange:
Draußen (sehr wichtig)
Ohne Garten: staut sich Wachtrieb, mehr Melden, mehr Stress
Familie & Kinder: sehr familienbezogen, oft besonders sanft zu Kindern, schützt sie instinktiv
Aber: kein Spielhund, mag kein Grobsein, Kinder müssen respektvoll sein
Spaziergänge & Beschäftigung: keine Daueraction nötig
lieber: ruhige, lange Spaziergänge, gleiche Routen, Zeit zum Beobachten, wenig Interesse an: Bällchen, Agility, Tricks
Mentale Ruhe ist wichtiger als Auslastung.
Richtig gehalten und gut sozialisiert kann der Maremmano wunderbar in einem Privathaushalt leben.
Wichtig ist zu verstehen:
Der Maremmano denkt selbstständig. Er braucht keine harte Erziehung, sondern klare, faire Führung, Vertrauen und Respekt. Wer ihm Sicherheit gibt, bekommt einen treuen Begleiter, der seine Familie beschützt – nicht aus Misstrauen, sondern aus Verantwortung.
MYTHOS vs. FAKTEN – Ernährung beim Maremmano (HSH)
Mythos:
Herdenschutzhunde brauchen extrem viel
Fleisch.
Fakt: Der Maremmano ist kein
Hochleistungshund. Zu viel Protein kann ihn nervös machen und
Körper & Gelenke belasten. Viele Probleme wie: Unruhe,
Überreaktionen, Dauerstress kommen von zu energiereichem
Futter.
Mythos:
Kohlenhydrate sind schlecht für
Hunde.
Fakt: Gute Kohlenhydrate liefern
ruhige, gleichmäßige Energie und passen sehr gut zum
Stoffwechsel vieler HSH.
Mythos: Je mehr
Energie im Futter, desto
besser.
Fakt: Der Maremmano ist ein
Energiesparer – Überversorgung führt oft zu Unruhe,
Wachstumsschäden oder Verdauungsproblemen.
Mythos: BARF =
automatisch artgerecht.
Fakt: Auch BARF kann zu
fleischlastig sein, wenn es nicht rassetypisch angepasst
wird.
Fazit: Der Maremmano braucht keine Leistungsfütterung, sondern Balance: moderates Fleisch, gute Kohlenhydrate, ruhige Energie. Aufklärung statt Vorurteile – auch beim Futter