Manchmal gibt es Seelenhunde
Heute möchten wir euch die Geschichte eines unserer „A-Welpen“ aus Kalabrien erzählen. Vier kleine Seelen wurden dort in einer sehr prekären und gefährlichen Situation gefunden: Amy, Anouk, Anton und Annie. Relativ schnell fanden Amy und Anton ihr Für-immer-Zuhause. Für Anouk konnte ein Teammitglied eine Pflegestelle anbieten. Doch je näher der Transporttermin rückte, desto klarer wurde: Annie, mit ihren damals noch blauen Augen, hatte keine einzige Anfrage. Schließlich erklärte sich ein weiteres Teammitglied bereit, Annie auf Pflegestelle zu nehmen – gegen jede Vernunft. Zwei ältere Hunde, tägliche Fahrten ins Büro und eigentlich so gar kein Platz für einen jungen, energiegeladenen Welpen. Und natürlich stellte Annie erst einmal alles auf den Kopf. Ein fünf Monate alter Hund startet schon morgens mit purer Lebensfreude, Entdeckerlust und Energie.
Das Haus wurde „neu dekoriert“, Routinen über den Haufen geworfen – aber vor allem brachte Annie Sonnenschein ins Leben der Pflegestelle. Annie brachte Chaos , Lebensfreude und ganz viel Liebe .
Gemeinsam ging man durch viele Anfangsschwierigkeiten: Autofahren, Alleine bleiben, Stubenreinheit, Organisation und Geduld.
Doch Annies feinfühlige, liebevolle Art eroberte die Herzen der Familie im Sturm. Kurz vor Weihnachten meldete sich dann die richtige Person. Nach einem kurzen Kennenlernen und einer positiven Vorkontrolle war klar: Hier kann Annie gefordert und gefördert werden – denn sie ist eine wissbegierige, kluge junge Hündin. So fuhr Annie durch den Schneesturm nach Bayern und kam dort bei ihrem neuen Frauchen an. Sie hat nun sogar eine Katze als Mitbewohnerin – und es funktioniert wunderbar 🥰
Für die Pflegestelle war es eine der schwersten Entscheidungen: Annie gehen lassen, weil die Zeit fehlt, sie so zu fördern, wie sie es verdient – oder dem eigenen Herzen folgen und sie behalten. Viele Tage und Abende voller Gedanken. Doch am Ende siegte die Liebe zum Hund. Denn: Lieben heißt loslassen – auch gegen das eigene Herz.
Genau das wünschen wir uns von unseren Pflegestellen: Hunden die Chance zu geben, in Deutschland anzukommen, Sicherheit zu gewinnen, Abläufe kennenzulernen und auf ihr neues Leben vorbereitet zu werden. Und dabei hilft man nicht nur diesem Hund, sondern auch dem nächsten in Italien, für den wieder ein Platz frei wird.
Traut euch!
Pflegestelle zu sein ist ein Geschenk – und das Glück der Hunde wiegt den eigenen Trennungsschmerz immer auf.
Unsere Annie ist nun also Bayerin geworden und heißt jetzt LANI
Zurück blieb Trennungsschmerz – aber auch das Wissen, alles richtig gemacht zu haben.
Pflegestellen retten Leben. Nicht nur eins – sondern viele.
Von Herzen danken wir der Adoptantin, freuen uns immer über Bilder und Videos und hoffen, dass Lani nun all ihre großartigen Anlagen entfalten darf.
Danke von Herzen